Und dann: Schrumm

14. August 2007 von Redaktion

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Kaum vorstellbar, dass sich einige Ausstellungsstücke der documenta für den Privatgebrauch eignen. Sollen sie auch nicht. Der künstlerische Leiter der documenta 12, Roger M. Buergel, hat schon darauf hingewiesen, dass es nicht sein Anliegen sei, den unersättlichen weltweiten Kunstmarkt zu bestücken. Das heißt: Zahlreiche Ausstellungsstücke sind nur fürs Museum. Ganz besonders gilt das für Installationen wie Black Chords Plays Lyrics des französischen Künstlers Saâdane Afif: Ein Raum, 13 elektrische Gitarren mit Verstärkern und in kurzem zeitlichen Abstand spielt eine Gitarre einen Ton. Schrumm. Dann Stille. Nachdenkliches Schweigen. Schrumm also. Ich, der Raum, Gitarren. Und dann, aus einer anderen Ecke: Schrumm.

Für alle, die sich das Kunstwerk auf eine neue Art erschließen möchten, empfiehlt livedocumentation.de spielerisches Herangehen. Dazu brauchen Sie 13 kunstinteressierte Freunde, Sie eingeschlossen. Jeder postiert sich an einer Gitarre. Wenn die Gitarre, an der Sie stehen, einen Ton spielt, müssen Sie den Raum verlassen. Danach wechselt jeder die Gitarre. Zurecht fühlen Sie sich an die Reise nach Jerusalem erinnert, wobei dort immer dann gelaufen wird, wenn die Musik spielt, während Sie laufen, wenn sie nicht spielt. Wichtig ist dabei der gedankenverlorene Gesichtsausdruck, dieses den-Hall-bis-in-die-Tiefen-des-eigenen-Körpers-verfolgen. Wer zuletzt noch im Raum steht, hat gewonnen und, noch viel wichtiger: länger als alle anderen in sich hineingehört.

Stefan Burgdörfer, Friederike Müller, Julia Schappert


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